Die Regionalregierung der Azoren prüft neue Anreize, um die Bevölkerung auf Graciosa zu halten
Die Insel mit dem größten Bevölkerungsverlust des Archipels
Graciosa verzeichnet einen anhaltenden Bevölkerungsrückgang, der durch die Abwanderung junger Menschen verschärft wird.
Wohnraumhilfen als demografischer Hebel
Im Gespräch sind Förderprogramme für die Sanierung von Familienwohnungen und den Erwerb einer ersten Wohnung.
Öffentliche Beschäftigung und Anbindung als weitere Säulen
Vorgesehen sind zudem eine Stärkung der öffentlichen Dienste sowie Verbesserungen bei den See- und Flugverbindungen.
Verhaltene Erwartungen bei den Bewohnern
Jeder Fortschritt beim Zugang zu Wohnraum hätte unmittelbare Auswirkungen auf einen der fragilsten Märkte des Archipels.
Die kleinste bewohnte Insel des Archipels
Mit weniger als fünftausend Einwohnern ist Graciosa die kleinste bewohnte Insel der Azoren – ein Umstand, der jedes demografische Problem im Vergleich zu größeren Inseln wie São Miguel oder Terceira verschärft. Die Abwanderung junger Menschen auf diese größeren Inseln oder auf das europäische Festland hat in Santa Cruz da Graciosa, dem einzigen Ort von einigem Gewicht, zahlreiche geschlossene oder ungenutzte Häuser hinterlassen.
Hilfen, die den Trend umkehren sollen
Die von der Governo Regional geprüften Förderlinien sollen verlorene Zuschüsse für die Sanierung von Familienwohnungen zur dauerhaften Nutzung sowie günstige Finanzierungsbedingungen für junge Menschen umfassen, die sich für den Kauf ihrer ersten Wohnung auf der Insel entscheiden. Regionale Fachleute räumen ein, dass diese Maßnahmen allein den demografischen Rückgang kaum aufhalten werden, wenn sie nicht von Angeboten für stabile Beschäftigung begleitet werden.
Anbindung als Grundvoraussetzung für jede Wiederbesiedlung
Die Häufigkeit der Flüge und der Schiffsverbindungen nach Terceira und São Jorge bestimmt einen Großteil des Alltags auf Graciosa, vom Zugang zu spezialisierten Gesundheitsdiensten bis zum Warentransport. Eine Verbesserung dieser Anbindung gilt als nahezu ebenso wichtige Voraussetzung wie die Wohnraumhilfen selbst, damit junge Familien eine dauerhafte Ansiedlung auf der Insel als realistisch betrachten.
Ein Immobilienmarkt in Wartestellung
Immobilienmakler auf der Insel, angesichts der Marktgröße nur wenige an der Zahl, stimmen darin überein, dass jede Ankündigung neuer Hilfen sofort Anfragen zu verfügbaren Wohnungen auslöst, auch wenn das tatsächliche Kaufangebot weiterhin sehr begrenzt bleibt. Die Zukunft des Förderprogramms wird nicht nur auf Graciosa, sondern auch auf anderen kleineren Inseln des Archipels genau verfolgt, die einen ähnlichen demografischen Rückgang durchlaufen.



