Porto Santo, die Insel des "goldenen Meeres", erlebt, wie Zweitwohnsitze ihre Bewohner vom Markt verdrängen
Porto Santo, die Nachbarinsel Madeiras, bekannt für ihren neun Kilometer langen goldenen Strand, erlebt ein für kleine Reiseziele typisches Paradox: Je mehr ihre Attraktivität wächst, desto schwerer wird es für ihre knapp 5.000 Bewohner, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Immobilienportale weisen darauf hin, dass ein Großteil der jüngsten Transaktionen auf der Insel Zweitwohnsitze von Käufern aus Madeira und dem Ausland betrifft.
Eine Insel, ein Strand, viel Druck
Im Gegensatz zu Madeira verfügt Porto Santo über einen deutlich kleineren Wohnungsbestand, der sich fast vollständig um Vila Baleira konzentriert, den einzigen Ortskern der Insel. Diese strukturelle Wohnraumknappheit sorgt in Kombination mit der großen touristischen Anziehungskraft von Strand und trockenem Klima dafür, dass sich jede Nachfrageänderung unmittelbar und sichtbar auf die Preise auswirkt.
Zweitwohnsitze und Saisonvermietung
Laut Branchenquellen bleibt ein bedeutender Teil der Häuser der Insel den größten Teil des Jahres geschlossen, wird nur einige Wochen von den Eigentümern genutzt oder während der Sommermonate der Ferienvermietung gewidmet. Dieses Muster verringert das für dauerhafte Bewohner verfügbare Angebot weiter, insbesondere für junge Familien, die im Tourismus- und Dienstleistungssektor der Insel arbeiten.
Abhängigkeit von Schiffs- und Flugverkehr
Die Insellage innerhalb der Region Madeira selbst bringt einen besonderen Faktor mit sich: Kosten und Häufigkeit der Schiffs- und Flugverbindungen nach Funchal beeinflussen sowohl die Wirtschaftstätigkeit als auch die Bereitschaft vieler Bewohner, sich dauerhaft auf der Insel niederzulassen, was auch die Fähigkeit einschränkt, neue Bevölkerung anzuziehen, die zur Diversifizierung der Wohnungsnachfrage beitragen könnte.
Ein Modell im Kleinformat, das sich wiederholt
Gemeinde- und Branchenquellen sind sich einig, dass Porto Santo im kleinen Maßstab dasselbe Dilemma widerspiegelt wie andere touristische Atlantikinseln: Ohne einen Bestand an Sozialwohnungen oder bezahlbaren Mietwohnungen, der gezielt auf die ansässige Bevölkerung ausgerichtet ist, wird das Wachstum des Tourismus weiterhin Druck auf einen Markt ausüben, der aufgrund der Größe der Insel nur sehr wenig Spielraum hat, ihn aufzufangen.



