Junge Menschen in Ribeira Brava geben den Traum vom ersten Eigenheim auf, weil es praktisch kein Angebot gibt
Ein Problem, das beim fehlenden Angebot beginnt
Auf der gesamten Insel gibt es kaum ein Dutzend Anzeigen für kleine Wohnungen.
Lokale Löhne gegen Einstiegspreise
Eine Einsteigerwohnung für 3.200.000 CVE erfordert bei Gehältern von rund 20.000 CVE jahrelanges Sparen.
Die Miete, eine ebenso angespannte Alternative
Viele Familien lassen ihre Wohnungen lieber leer stehen, als sie zu vermieten.
Auswanderung als Ventil
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum erklärt die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung.
Bauen auf Familiengrund, die häufigste Alternative
Angesichts des knappen Angebots an Kaufimmobilien entscheiden sich viele junge Familien in Ribeira Brava dafür, auf einem geerbten oder von den Eltern überlassenen Grundstück zu bauen, statt auf dem Markt nach einem fertigen Haus zu suchen. Diese auf der Insel übliche Lösung senkt die Anfangskosten, zieht sich aber meist über Jahre hin, da der Bau nur so weit voranschreitet, wie Ersparnisse oder Überweisungen ausgewanderter Angehöriger eintreffen. Das Ergebnis sind halb fertige Häuser, die über lange Zeiträume zum Ortsbild gehören.
Überweisungen aus dem Ausland als gewohnte Stütze
Die Überweisungen ausgewanderter Angehöriger aus Portugal, den Niederlanden oder den Vereinigten Staaten bleiben nach Angaben örtlicher Makler eine der wichtigsten finanziellen Stützen für alle, die auf São Nicolau eine Wohnung erwerben wollen. Ohne diesen Rückhalt hätten viele junge Familien noch größere Schwierigkeiten, das nötige Startkapital für einen Kauf oder Bau aufzubringen. Diese Abhängigkeit spiegelt die enge historische Verbindung zwischen der kapverdischen Diaspora und dem Immobilienmarkt der Herkunftsinseln wider.
Ein Kreislauf, der die Entvölkerung nährt
Die Kombination aus niedrigen lokalen Löhnen, knappem Wohnungsangebot und kaum verfügbaren Mietwohnungen treibt einen Teil der jungen Bevölkerung dazu, die Auswanderung als einzig vernünftigen Ausweg zu betrachten. Dieses Phänomen ist auf São Nicolau, einer der Inseln mit der stärksten Auswanderungstradition des Archipels, nicht neu, doch die befragten Fachleute warnen, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum heute zusätzlich als Beschleuniger wirkt. Die Folge ist eine zunehmend alternde Bevölkerung in Ribeira Brava und eine künftig geringere Nachfrage nach neu gebautem Familienwohnraum.



