Der Flughafen Aristides Pereira treibt die Bodenpreise am Stadtrand von Sal Rei in die Höhe
Ein Terminal, das die Insel verändert hat
Der Bodenpreis in Terminalnähe stieg von 5.000 auf 11.000 CVE/m².
Projekte, die bis an die Landebahn heranrücken
Ein Hotelprojekt im Korridor zwischen Flughafen und Sal Rei bedeutet eine Investition von 900.000.000 CVE.
Sogwirkung auf den Wohnungsbau
Angezogen werden Bauvorhaben für Flughafenbeschäftigte und Reisebüros.
Stadtplanung unter Druck
Angesichts des nicht immer geordneten Wachstums wird eine Überarbeitung des Bebauungsplans von Sal Rei gefordert.
Von der Landepiste zum internationalen Tor
Der im vergangenen Jahrzehnt erweiterte und modernisierte Flughafen Aristides Pereira entwickelte sich von einem Standort mit gelegentlichen Inlandsflügen zu einem Terminal mit regelmäßigen Direktverbindungen aus mehreren europäischen Ländern. Diese Wandlung machte Boa Vista neben Sal zu einem der wichtigsten Reiseziele des kapverdischen Archipels. Der wachsende Flugverkehr brachte einen stetigen Strom von Besuchern und Tourismusbeschäftigten mit sich, die eine Unterkunft in der Nähe des Terminals benötigten. Dieser Maßstabswechsel ist nach Einschätzung der örtlichen Immobilienmakler die unmittelbare Ursache für die Wertsteigerung der umliegenden Grundstücke.
Der Tourismus als Motor des Immobilienbooms
Die großen All-inclusive-Hotelanlagen an der Küste von Boa Vista hängen für ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit unmittelbar von der Fluganbindung Sal Reis ab. Diese Verbindung hat internationale Projektentwickler auch für Grundstücke interessiert, die zwar etwas weiter vom Strand entfernt liegen, aber nahe am Korridor zwischen Flughafen und Gemeindehauptstadt. Die Kombination aus Sonnen- und Badetourismus und einem modernen Flugterminal hat die Gegend zu einer der bauaktivsten des Landes gemacht. Mehrere in den vergangenen Jahren angekündigte Projekte übertreffen bereits den Umfang der ersten touristischen Siedlungen der Insel.
Sal Rei zwischen Wachstum und fehlender Planung
Das rasante Wachstum rund um den Flughafen hat grundlegende Infrastrukturen von Sal Rei wie die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung an ihre Grenzen gebracht, die ursprünglich für eine weit kleinere Bevölkerung ausgelegt waren. Kommunale Fachleute räumen ein, dass ein großer Teil der Neubauten ohne einen aktualisierten Bebauungsplan errichtet wurde. Diese fehlende vorausschauende Ordnung beunruhigt Anwohner, die beobachten, wie sich das Stadtgebiet ohne klare Kriterien ausdehnt. Die Überarbeitung des kommunalen Plans gilt als notwendige Voraussetzung, um mittelfristig größere Probleme zu vermeiden.
Der Vergleich mit der Nachbarinsel Sal
Immobilienmakler ziehen häufig die Erfahrung von Sal heran, wo sich Tourismus und Flughafen früher entwickelt haben, als Maßstab dafür, was aus dem Umfeld von Sal Rei im kommenden Jahrzehnt werden könnte. Dieser Vergleich dient ebenso als Verkaufsargument, indem Boa Vista als Investitionschance vor einer größeren Wertsteigerung präsentiert wird, wie auch als Warnung vor den Risiken eines unkontrollierten Wachstums. Manche Anwohner von Sal Rei nennen ausdrücklich die Überlastungsprobleme von Santa Maria als etwas, das sie lieber vermeiden würden. Das Beispiel der Nachbarinsel wiegt in der örtlichen Debatte über Stadtplanung immer schwerer.



