Deutsche, Briten und digitale Nomaden treiben die Wohnungsnachfrage im historischen Zentrum von Funchal in die Höhe
Ein Käuferprofil, das sich in wenigen Jahren gewandelt hat
Ein Großteil der Transaktionen rund um die Zona Velha entfällt auf deutsche und britische Käufer sowie auf Telearbeiter.
Renovierte Wohnungen, aufgewertete Altbauten
Alte, für die touristische Vermietung renovierte Gebäude wechseln zu Preisen den Besitzer, die deutlich über denen von vor fünf Jahren liegen.
Der digitale Nomade, ein neuer Akteur im Viertel
Diese Gruppe schätzt die Nähe zu Cafés mit guter Internetverbindung sowie das Straßenleben der Zona Velha.
Anwohner und Gewerbetreibende zwischen Aufwertung und Verdrängungsdruck
Verbände fordern Maßnahmen, die neue Bewohner mit dem Verbleib der angestammten Familien in Einklang bringen.
Die Langzeitmiete als größtes Opfer der Entwicklung
Die Zunahme von Geschäften im Zusammenhang mit der touristischen Vermietung und dem Kauf durch Ausländer hat das Angebot an Langzeitmieten in der Zona Velha spürbar verringert. Familien, die dort seit Jahrzehnten leben, erleben nach Ablauf ihrer Mietverträge, dass die Eigentümer die Wohnung lieber für die Ferienvermietung nutzen oder sie direkt an ausländische Käufer verkaufen. Diese Entwicklung hat mehrere dieser Familien dazu gezwungen, in weiter vom Zentrum Funchals entfernte Stadtteile zu ziehen.
Die Stadtverwaltung prüft eine Begrenzung neuer Lizenzen für touristische Unterkünfte
Die Câmara Municipal do Funchal hat öffentlich eingeräumt, dass das Tempo bei der Vergabe von Lizenzen für touristische Kurzzeitvermietungen im historischen Zentrum überprüft werden muss. Zu den erwogenen Optionen zählt die vorübergehende Aussetzung neuer Lizenzen in bestimmten Straßen der Zona Velha, bis eine detaillierte Studie zur Belastbarkeit des Viertels vorliegt. Anwohnerverbände fordern, dass jede Maßnahme von Anreizen zum Erhalt der dauerhaften Wohnnutzung begleitet wird.
Preise, die bereits über dem Inseldurchschnitt liegen
Der durchschnittliche Verkaufspreis in der Zona Velha liegt bereits merklich über dem Durchschnitt Funchals, und die renovierten Wohnungen mit besonders viel Geschichte werden ausdrücklich mit dem Hinweis auf ihr Potenzial für die touristische Vermietung beworben. Befragte Immobilienmakler sind sich einig, dass sich dieses Marktsegment nicht mehr an lokale Käufer richtet, sondern sich fast ausschließlich auf ausländische Investitionen konzentriert. Der Vergleich mit anderen Inselhauptstädten der Region verstärkt den Eindruck, dass Funchal derzeit eine Phase beschleunigter Aufwertung seines historischen Zentrums durchläuft.
Madeira, ein etabliertes Ziel für die Telearbeit
Das portugiesische Steuersystem und die stabilen Flugverbindungen zum europäischen Festland haben Madeira zu einem beliebten Ziel für Telearbeiter mit längerem Aufenthalt gemacht – ein Phänomen, das sich nach der Pandemie noch verstärkt hat und bislang keine Anzeichen einer Umkehr zeigt. In den Straßen rund um die Zona Velha haben sich Coworking-Spaces und Cafés mit schnellem Internetzugang vervielfacht, um dieses Publikum zu bedienen. Die Kombination aus stabilem Klima, im Vergleich zu anderen europäischen Zielen noch wettbewerbsfähigen Lebenshaltungskosten und guter Anbindung erklärt einen Großteil der anhaltenden Attraktivität des Viertels.



