Brava könnte laut Quellen der Immobilienbranche innerhalb eines Jahrzehnts einen Großteil seiner ansässigen Bevölkerung verlieren
Ein Trend, der sich nicht umkehrt
Die dauerhaft ansässige Bevölkerung könnte im kommenden Jahrzehnt deutlich zurückgehen.
Die unmittelbare Auswirkung auf den Wohnungsmarkt
Der Anteil geschlossener, halb verlassener oder nur zu Ferienzwecken genutzter Häuser wächst.
Niedrige Preise, die keine Bewohner anziehen
Ein bescheidenes Haus kostet kaum 1.200.000 CVE, doch das reicht nicht aus, um die Abwanderung zu bremsen.
Die Gefahr eines menschenleeren Gebiets
Einige ländliche Ortschaften im Landesinneren könnten praktisch entvölkert werden.
Eine Insel, die altert und sich entleert
Die Bevölkerungspyramide Bravas zeigt eine fortschreitende Alterung, wobei ein immer kleinerer Anteil junger Menschen sich entscheidet, nach Abschluss der Ausbildung auf der Insel zu bleiben. Die Auswanderung in die Vereinigten Staaten, das historische Ziel eines Großteils der Diaspora von Brava, bleibt der übliche Weg für alle, die bessere Arbeitsmöglichkeiten suchen. Dieses über mehrere Generationen zurückreichende Migrationsmuster hat auf der Insel einen erheblichen Anteil an Wohnungen hinterlassen, die nur bei gelegentlichen Familienbesuchen bewohnt werden.
Das Stadtbild der Entvölkerung
In Nova Sintra und den ländlichen Ortschaften im Landesinneren ist es keine Seltenheit, ganze Straßenzüge mit verschlossenen Fassaden und verwahrlosten Gärten vorzufinden, Zeugnis eines eher schleichenden als plötzlichen Niedergangs. Manche Bewohner, die auf der Insel geblieben sind, beschreiben das Gefühl einer schrumpfenden Gemeinschaft, mit weniger Handelstätigkeit und Schulen, deren Schülerzahlen Jahr für Jahr zurückgehen. Diese Atmosphäre steht im Gegensatz zur landschaftlichen Anziehungskraft der Insel, die weiterhin vereinzeltes Interesse bei ausländischen Käufern weckt, die einen Zweitwohnsitz suchen.
Vergleich mit anderen kleineren Inseln
Anders als auf Corvo oder Santa Maria auf den Azoren, wo der Entvölkerung mit gezielten Förderprogrammen und Sozialwohnungsprogrammen begegnet wird, fehlt es Brava derzeit an einem vergleichbaren institutionellen Plan, um die Abwanderung zu bremsen. Einige Akteure der örtlichen Immobilienbranche fordern ähnliche Maßnahmen und argumentieren, dass sich der demografische Abwärtstrend ohne konkrete Anreize zur Bindung junger Menschen fortsetzen werde.
Eine ungewisse Zukunft für das ländliche Hinterland
Fachleute, die die demografische Entwicklung der Insel untersucht haben, schließen nicht aus, dass bei anhaltendem Tempo mehrere ländliche Ortschaften im Landesinneren binnen einer Generation praktisch entvölkert sein könnten. Diese Aussicht beunruhigt besonders jene, die im architektonischen und kulturellen Erbe Bravas einen Wert sehen, der zusammen mit der ansässigen Bevölkerung verloren gehen könnte.



