Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

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Brava

70 % der Wohnungen in Nova Sintra stehen den Großteil des Jahres leer, wie Immobilienportale zeigen

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

70 % der Wohnungen in Nova Sintra stehen den Großteil des Jahres leer, wie Immobilienportale zeigen
Foto: Ingo Wölbern / Wikimedia Commons (Gemeinfrei)

Ein Wohnungsbestand auf Abruf

Bis zu 70 % der Häuser im historischen Ortskern bleiben verschlossen und warten auf ihre ausgewanderten Eigentümer.

Preise, die trotz fehlender Käufer nicht sinken

Ein traditionelles zweigeschossiges Haus wird für rund 4.500.000 CVE angeboten, ein Wert, der sich kaum verändert.

Verkäufe, die Jahre bis zum Abschluss brauchen

Die wenigen Angebote, die zum Abschluss kommen, brauchen im Schnitt mehr als zwei Jahre.

Ein Markt, der sich aus Trägheit hält

Was es gibt, ist ein Besitz, der Generation für Generation innerhalb derselben Familie den Eigentümer wechselt.

Die Diaspora als Eigentümerin des Bestands

Die große Mehrheit der verschlossenen Häuser von Nova Sintra gehört kapverdischen Familien, die in die Vereinigten Staaten, nach Portugal oder in die Niederlande ausgewandert sind und nur zu den Patronatsfesten oder einzelnen Urlaubszeiten auf die Insel zurückkehren. Für diese Familien ist das Haus kein Vermögenswert, den man verkauft, sondern ein Band zur Herkunftsinsel, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Diese Logik erklärt, warum sich der leer stehende Bestand nicht in ein tatsächliches Angebot für jene übersetzt, die sich auf Brava niederlassen möchten.

Geringer Druck durch die lokale Nachfrage

Die Entvölkerung von Brava, einer der am dünnsten besiedelten Inseln des Archipels, begrenzt zudem den Druck der Binnennachfrage auf diesen verschlossenen Wohnungsbestand. Wer in Nova Sintra bleibt, verfügt in der Regel bereits über eigenen Wohnraum, geerbt auf dieselbe Weise wie die leer stehenden Häuser, weshalb es kaum Konkurrenz um die wenigen Einheiten gibt, die zum Verkauf stehen. Diese Kombination aus geringer Nachfrage und eingefrorenem Angebot hält den Markt seit Jahren praktisch unbeweglich.

Der Erhaltungszustand als entscheidender Faktor

Viele dieser Familienhäuser erfordern nach Jahren des Leerstands umfangreiche Sanierungsarbeiten, ein Umstand, der jedes Geschäft über den ursprünglichen Kaufpreis hinaus verteuert. Örtliche Makler schätzen, dass eine vollständige Sanierung zusätzliche Ausgaben in etwa der Höhe des Kaufpreises selbst bedeuten kann, was potenzielle auswärtige Käufer abschreckt. Diese Mehrkosten erklären zum Teil, warum selbst die wenigen Häuser, die auf den Markt kommen, so lange brauchen, bis sich ein Käufer findet.

Ein Muster, das sich auf anderen kleinen Inseln des Archipels wiederholt

Das Phänomen von Nova Sintra beschränkt sich nicht auf Brava: Auch andere kleine Orte Kap Verdes mit ausgeprägter Auswanderungstradition weisen einen ähnlich hohen Anteil verschlossener Wohnungen auf. Fachleute für den kapverdischen Immobilienmarkt weisen darauf hin, dass dieses Muster auf ein Verhältnis zum Eigentum zurückgeht, das stärker mit der Familienidentität als mit wirtschaftlicher Rendite verknüpft ist. Solange diese Logik fortbesteht, dürfte die Hauptstadt Bravas ihr heutiges Erscheinungsbild eines über weite Teile des Jahres verschlossenen Ortes bewahren.